Die kleine Frau vom Mond

Auf dem Mond lebte eine kleine Frau. Ja, ja, werdet ihr denken, es heißt ja der Mann im Mond!

03. Februar 2010
Die kleine Frau vom Mond

Auf dem Mond lebte eine kleine Frau. Ja, ja, werdet ihr denken, es heißt ja der Mann im Mond! Aber der ist schon lange nicht mehr dort. Die kleine Frau vom Mond kannte ihn noch. Aber das ist Ewigkeiten her. Wohin er gegangen ist, das weiß niemand. Auch nicht die kleine Frau vom Mond. Irgendwann, da war er einfach fort. Anfangs, da schmollte die Frau vom Mond ein wenig. Denn sie war nicht wirklich gern allein. Aber nach einer Weile vergaß sie ihn und vergnügte sich allein mit den Sternschuppen und Wolkenschäfchen. Und sie schaute so gerne hinunter auf die Erde, an den Tagen, wo der Mond auch tagsüber auf der Erde sichtbar war. Und die Erde auf dem Mond.
An manchen Tagen hatte die Frau vom Mond Freude daran, auf ihrer Schaukel zu schaukeln.
Die Schaukel hing am Mond und pendelte über der Erde.
Die Frau von Mond lachte ihr silbrighelles Lachen, wenn sie mit ihren kleinen Füßen, die in mondsilbernen Pantoffeln steckten und an deren nach oben gebogenen Spitzen kleine mondlichtsilberne Glöckchen hingen, Schwung holte. Es machte ihr Freude, das Silberklingeln im All zu hören. Die kleinen Sterne lachten dann ihr sternenflimmerndes Lachen. Und dann lachte die Frau vom Mond und auf der Erde war es manchem Menschen, als scheine der Mond heller als sonst.
Eines Abends, die kleine Frau vom Mond schaukelte besonders ausgelassen, verlor sie einen ihrer Pantoffeln beim Schwungholen. Sie formte ihren kleinen Mund zu einem silbrigen ‚ooohhh’, aber mehr war ihr in diesem Moment nicht möglich. Sie konnte nur zusehen, wie ihr Pantoffel mit dem Glöckchen in silbernen Kreisen hinunter zur Erde fiel.
Da weinte die kleine Frau vom Mond ganz bitterlich, denn diese Pantoffeln waren ihr recht lieb.
Sie fragte die Sternschnuppen um Rat, aber denen war alles schnuppe, wie das bei Sternschnuppen nun mal so ist.
Dann fragte sie die Wolkenschäfchen, was sie tun könne, um ihren Pantoffel wieder zu bekommen, aber die Wolkenschäfchen machten nur „bäh… bäh…“ und verzogen sich auf das nächste Wolkenwiesenfeld.
Nun saß die kleine Frau vom Mond auf ihrer Schaukel und wurde sehr traurig. Sie weinte viele Tränen. So sehr weinte sie, dass die Milchstrasse sich in dieser Nacht noch milchiger gab, als sonst.
Mit einem Mal leuchtete ein kleines Sternchen neben ihr ganz hell und sagte zu ihr: „Du, Mondfrau, ich weiß eine Leiter, die reicht vom Mond bis zur Erde hinunter! Die zeig ich dir gerne, denn ich mag dich so sehr. Und ich mag viel lieber, wenn du lachst!“
Und so zeigte das Sternchen der kleinen Frau vom Mond die Leiter hinunter zur Erde.
Die kleine Frau vom Mond war sehr gerührt, weil ihr das Sternchen half und so ergriff sie beherzt die Leiter.
„Sternchen, ich werde immer an dich denken. Aber jetzt muss ich mich erst auf den langen Weg zur Erde hinunter machen!“
Und die kleine Frau vom Mond stieg auf die Leiter und begann den weiten Weg hinab.
So manches Mal wollten ihre Hände abgleiten, von den kalten, silbernen Sprossen. Aber sie biss die Zähne zusammen.

Da stand sie nun. Alleingelassen im Regen, mit abgebrochenem Absatz. Ihr war zum Heulen. Alles war schief gegangen.
„Kann ich ihnen helfen?“ sagte plötzlich eine angenehm warme Männerstimme hinter ihr. Sie drehte sich um, nickte nur„ Wenn Du meinen Schuh gefunden hast, und der Mann vom Mond bist, dann gerne!“
03. Februar 2010
Alles Schnuppe

Ein hübsches Märchen. Ich glaube alles, dass es Wolken auf dem Mond gibt, diese „Bäh Bäh“ machen, die Sternschnuppen denen alles Schnuppe ist und die Erde vom Mond zu sehen ist, wenn der Mond am Tage am irdischen Himmel erscheint.
Aber dass mit den Pantoffeln und den Absätzen, das geht einfach zu weit. *zwinker*
03. Februar 2010

Dann bist Du einfach nicht der Mann vom Mond, Sagitta... *g*
03. Februar 2010

Ne klar, ich bin ja auch der Fred vom Jupiter ....
*haumichwech* *haumichwech* *haumichwech*
03. Februar 2010

Schade...

aber hast Du irgendwo meinen Pantoffel gesehen?
03. Februar 2010

ganz wunderbar ezählt, liebe Rhabia - auch wenn es diesen Mann
Wenn Du meinen Schuh gefunden hast, und der Mann vom Mond bist, dann gerne!“
nicht oft in den "abgebrochenen-Absatz-Situationen" gibt!
*g*
03. Februar 2010

Eben!

Wenn die kleine Frau vom Mond nicht mehr träumen darf, wer dann?
03. Februar 2010

aber ja - wer Silberpantöffelchen und das passende Lachen dazu hat, darf, ach, was sag ich, muss träumen! (und darüber schreiben)
03. Februar 2010

dann lass uns einfach unsere Träume schreiben.
Auch wenn sie unsinnig scheinen...
03. Februar 2010
ausbaufähig

Ich finde das Thema „Frau im Mond sucht Mann im Mond“ ist durchaus ausbaufähig.
Das interessiert sicher die ganze Milchstraße.
03. Februar 2010

mal schauen...

ich fürchte, das wird nix rechtes!
03. Februar 2010
Pantoffeltier

Wenn die Frau im Mond nun einen verlorenen Saturn-Ring findet, der die Macht hat alle anderen Ringe zu knechten, das würde sicher eine sehr verstrickte Geschichte werden, aus dem man vielleicht einen Weg zum Pantoffeltier findet, welches genau weiß, wo sich alle Pantoffeln im Universum aufhalten. (auch die mit den Absätzen)
Nur Mut.
03. Februar 2010

heute nicht mehr...
04. Februar 2010

Eine sehr schöne Geschichte und auch ich frage mich, wie sie weitergeht *fiesgrins*
06. Februar 2010
Die kleine Frau vom Mond... es geht weiter...

Da stand diese Frau völlig aufgelöst und weinend vor mir, mit einem kaputten Schuh in der Hand. Der zweite Schuh war nirgends zu sehen.
Irgendwas hatte sie an sich, was mich dazu bewegte, sie zu fragen, ob sie Hilfe braucht. Und sie fragte mich, ob ich der Mann vom Mond sei… Mein Gott, was nagele ich mir mit der Tussie nur ans Bein, dachte ich mir.
Ich überlegte gerade, wie viel sie wohl getrunken hatte, als ich ihr in die Augen sah. Da war irgendwas. Ich kann es nicht gut beschreiben und ihr werdet mich für verrückt halten, aber da war so ein Schimmern in ihren Augen. So eine fast kindliche Unschuld. Nein, ich bin mit Sicherheit kein Kinderschänder! Aber da war etwas, was mich anrührte. Sicher, sie wirkte völlig desorientiert. Und irgendwie auch so, als hätte sie nicht alle Tassen im Schrank. Aber der Ausdruck ihrer Augen war wie Mondlicht, so klar und rein. So, als könne sie nicht nur durch mich hindurch, sondern sogar in mich hineinschauen. Und ich fühlte mich ein bisschen wie ein Schwein, als ich mich dabei ertappte, dass ich ihren Körper musterte.
Was ich sah, war nicht wirklich spektakulär. Sie war weder besonders groß, noch sehr klein. Weder sehr schlank, noch sehr üppig. Eher durchschnittlich. Ihr Gesicht war nicht klassisch schön, aber auch nicht abstoßend. Obwohl… ihre Haut war irgendwie… milchigmondlichtweiß… Wie komme ich nur auf diesen Ausdruck? Sie hatte einen herzigen kleinen Schmollmund. Aber die kleinen Lachfältchen ließen vermuten, dass sie mit diesem Mündchen hervorragend lächeln konnte.
Sie trug eine absolut lächerliche, rot-weiß-geringelte Zipfelmütze mit einem Glöckchen am Ende, das ihr am Rücken baumelte und unter der Mütze quoll ein Schwall lockigen Haares in die Stirn, dessen Farbe mich penetrant an die Mäuse erinnerte, die ich früher hielt, um sie an meine Schlangen zu verfüttern.
Die Farbe ihrer Augen war undefinierbar, und schien immer zu wechseln. Aber in diesem diffusen Licht konnte ich das auch nicht gut beurteilen. Außerdem konzentrierte sich mein Blick auch viel mehr einige Zentimeter tiefer, auf die Brustwarzen, die sich recht unverschämt unter einem dünnen Hemdchen aus fließendem weißem Stoff abzeichneten.
Verdammt! Da stand ich in irgendeiner dunklen Gasse mit so einem weinenden Geschöpf und mein kleiner Freund reagierte prompt auf ein paar Nippel, die sich mir entgegenstreckten!
Sie plapperte irgendwas von einem verlorenen Schuh, aber ich verstand nicht wirklich, was sie eigentlich erzählen wollte. Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich da ritt, aber ich beschloss, die Kleine mit nach Hause zu nehmen, denn ich wollte sie nicht einfach hier auf der Straße stehen lassen.
Sie ging ganz vertrauensselig mit mir mit und schaute mich nur manchmal mit großen Augen an. Ich überlegte schon, ob ich ihr ein Bett auf dem Sofa machen sollte, oder ob ich sie einfach mit in meines nehmen würde. Aber irgendwas hatte sie an sich, was mich vor dem Gedanken zurückschrecken ließ. Irgendwie kam mir der Gedanke fast schäbig vor.
Sie sprach den ganzen Weg lang kein Wort. Ging einfach nur schweigend neben mir her und schniefte noch ein paar Mal laut hörbar. Was für eine merkwürdige Frau!

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