Geschichten-Spiel Part 13

Und schon wieder ist ein Thread voll! Unglaubich, diese Produktivität! Hier geht es weiter.

08. September 2009
Geschichten-Spiel Part 13

Und schon wieder ist ein Thread voll! Unglaubich, diese Produktivität!

Hier geht es weiter.
Für alle Neuankömmlinge noch einmal kurz die "Regeln":

Jeden Sonntag gegen 20.00 Uhr werden hier 8 Worte eingestellt. Ihr habt bis zum darauffolgenden Sonntag um 20.00 Uhr Zeit, Eure Geschichten mit diesen 8 Wörtern hier zu posten.

Kleiner Tip: Dies sind die aktuellen Wörter für diese Woche, also wenn der Thread hier schon etwas fortgeschritten ist, dann einfach blättern.....

Wer noch einmal die Geschichten aus den zwölf vorherigen Threads lesen möchte:

Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 2
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 3
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 4
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 5
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 6
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 7
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 8
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 9
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 10
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 11
Kurzgeschichten: Geschichten-Spiel Part 12



Und dies sind die aktuellen Wörter dieser Woche, eingestellt von Palomas:

* Delirium
* Kaugummi
* Kohl
* lila
* stottern
* Übermut
* Ziegenbock
* Zweimannzelt
08. September 2009
Danke

Ev. Wer möchte schon in so einem Krankenhaus liegen, oder überhaupt in einem Krankenhaus?

Es ist vielleicht eine etwas überzeichnete Situation, was jetzt die Diagnose des Delir angeht, aber oft wird in der Hektik ein Patient übersehen, und dann will keiner die Schuld auf sich nehmen.


Liebe morgendliche Grüße *sonne*
Herta
08. September 2009
@ anhera

eine weitere gute Abrechnung mit unserem Gesundheitswesen! *g*
08. September 2009

Voll Übermut hatte sie sich in den Tag gestürzt: obwohl es regnete, hatte sie das Strahlen ihres Söhnchens glücklich gemacht, als er über das Doppelbett tobte, in dem sie noch ein Vietelstündchen liegen bleiben wollte. Ihr Mann hatte ihr wie jeden Morgen Tee ans Bett gebracht, bevor er sich nach einem langen Abschiedskuss ins Büro aufmachte.
Kaum war sie in ihren Kleidern, klingelte es. Der Handwerker, der ihren Wasserschaden reparieren sollte, stand vor der Tür. Er trampelte mit erdigen Schuhen über ihren sauberen Schieferboden und hinterließ eine hellbraune Spur bis zur Speisekammer. Also holte sie Putzeimer und Lappen und setzte den kleinen Paul solange in den Laufstall, bis sie ihn wieder krabbeln lassen konnte. Das gefiel Paul gar nicht und er krähte laut, während sie auf den Knien schrubbte. Kaum hatte sie den Boden sauber und das Kind wieder frei gelassen, klingelte das Telefon. Ihre Kolleginnen aus dem Büro, in dem sie drei halbe Tage arbeitete, kamen mit der Vorbereitung einer Präsentation nicht weiter und baten um Hilfe. Paul räumte unter lautem Getöse die Topf- und Deckel-Schublage aus, sodass sie kaum ein Wort verstand. Sie machten aus, dass sie nach 17h zu ihr kommen würden, um alles noch einmal durch zugehen. Sie sagte schnell zu, legte auf und eilte zu Paul, der inzwischen auch den Zucker auf dem Fußboden verstreut hatte. Dass der Handwerker zweimal zum Auto und zurück gegangen war, um weiteres Werkzeug zu holen, sah sie an den frischen Lehmpfützen im Gang. Also lohnte sich das Putzen wieder, während Paul im Laufstall heftig protestierte.
Der Handwerker erklärte ihr, dass er den Schaden nicht beheben könne. Bei der Frage, warum, kam er ins Stottern. Er wolle mittags mit dem Chef noch einmal wiederkommen.
Also packte sie Paul ins Auto, um einkaufen zu gehen. Ihr Mann wünschte sich Krautwickel zum Abendessen. Weißkohl, Hackfleisch und Milch hatte sie schon im Einkaufswagen, Paul nagte an einer Karotte, als sie schwungvoll in die Reihe mit den Windeln einbog. Beinahe wäre sie mit einer älteren Dame zusammengestoßen, die etwas hilflos zwei Packungen Windeln vor sich hielt.
„Ach, sie sind doch eine junge Mutter! Welche soll ich denn nehmen? Mein Enkel ist gerade 3 Wochen alt.“
Nach einer kurzen Windelberatung wollte sie schon weitereilen, denn für Paul war es langsam Zeit, sein Mittagessen zu bekommen. Doch die Dame verstrickte sie in ein Gespräch über die Schmerzen der Geburt, die Bananen förmige Gebärmutter ihrer Schwiegertochter, die einen Kaiserschnitt nötig gemacht hatte, und wie viel besser doch diese Methode des Entbindens sei. Unter mehrmaligem „Ja,ja, gewiss“ schob sie sich außer Hörweite und holte am Brotstand noch süße Teilchen für ihre Bürodamen. An der Kasse war die alte Dame vor ihr und rief ihr laut zu:“Meine Schwiegertochter hat übrigens gleich so abgenommen, dass sie jetzt schon zierlicher als vorher ist!“
Sie sah an sich herab. Schaute ihre lila Bluse in Größe sechsunddreißig etwa aus wie ein Zweimannzelt?
Paul maulte, und sie beeeilte sich nach Hause zu kommen. Als sie ihn gefüttert und zu Bett gebracht hatte, rief ihre Schwiegermutter an:
„Ist es recht, wenn ich Paul um vier Uhr zum Spaziergang abhole?“ Sie sagte erfreut zu. Es klingelte, und der Handwerker stand wieder vor der Tür.
„Moment, ich hole einen Putzlappen.“ Sie schoß in die Abstellkammer. Das Telefon läutetet wieder. Sie warf den Putzlappen vor den Handwerker und eilte zum Telefon. Pauls Urgroßmutter war dran.
„Ach, es ist so schönes Wetter, jetzt, wo der Regen aufgehört hat. Kann ich mit Paulchen spazieren gehen?“
„Paul schläft noch, und dann kommt schon Renate...“ Sie ließ ihren Satz verebben. Der Handwerker winkte von der Tür.
„Einen Moment, Hilde, ich muss...“ Sie lief zur Tür.
„Der Chef sagt, er hat heute keine Zeit mehr. Wir kommen morgen früh wieder.“ Damit drehte er sich um und ging.
Sie rannte zurück ans Telefon, wo Uroma schon mitten im Satz war.
„...verstehe nicht, wieso Renate, die ist doch morgen erst dran? Nie krieg ich meinen Uerenkel, wo ich doch gar nicht weiß, ob ich ihn noch lange erleben kann.“
Vorwürfe dieser Art hatte sie schon so oft gehört, dass sich auf ihrer Zunge ein abgestandener Geschmack wie von zu lange am Bettpfosten geklebter Kaugummi breit machte. Sie holte tief Luft und ließ noch drei Sätze dieser Art zu, bis sie den Redefluss mit der üblichen Ausrede unterbrach:
„Paul weint, ich muss hoch!“
Dann ging sie in die Küche und bereitete die Hackfüllung vor. Als sie vom Kohl einzelne Blätter löste, klingelte es wieder. Ihr Nachbar stand vor der Tür. Wie immer entströmte seiner undefinierbar farbenen Hose ein muffiger Geruch von altem Ziegenbock, dessen Ursache sie sich nicht vorstellen wollte. Er schenkte ihr ein Lächeln voll schlechter Zähne und einen leicht geschossenen Salat, wie alle zwei bis drei Tage. Sie dankte und ließ den Salat in der Küche in den Komposteimer fallen. Als die Kohlblätter pochiert waren, klopfte ihre Schwiegermutter an die Fensterscheibe.
„Ist das Paulchen schon wach?“ Sie öffnete die Haustür, „.... lass nur ich geh schon!“ sagte Renate, schob sich an ihr vorbei und trampelte nach oben. > Eine halbe Stunde zu früh< dachte sie, aber sagte nichts, sondern ging in die Küche, um die Krautwickel fertig zu binden. Renate kam mit dem noch verschlafenen Paul auf dem Arm nach unten, ließ sich Fläschchen und Kekse geben, als das Telefon wieder schrillte. „Wir gehen dann!“ rief Renate noch, dann schob sie den Kinderwagen aus der Tür.
Sie nahm den Hörer ab und erklärte ihrer Mutter, dass Paul schon mit Schwiegermama unterwegs war und sie ja morgen mit ihm gehen könnte.
Dann zog sie sich um, schaltete die Kaffemaschine an und setzte die Nusschnecken auf einen Teller. Da die Sonne ein wenig herausgekommen war, holte sie noch die Wäsche aus der Maschine und hängte sie auf dem Ständer auf der Terrasse auf.
Es klingelte. Mira, Astrid und Petra waren schon mitten in einer heftigen Diskussion, als sie ihre Mäntel abnahm und sie an den großen Esstisch bat.
Während sie in der Küche Milchkaffee für alle machte, hörte sie, dass Mira und Astrid ihren üblichen Streit hatten. Während sie die Tassen vor sie stellte, warf ihr Petra einen viel sagenden Blick zu. Wie immer würde sie erst einmal die beiden Streithennen beruhigen müssen, bevor man zur Sache kommen konnte. Nach einer halben Stunde Diskussion waren sie ein gutes Stück weitergekommen. Es klingelte und Renate drückte ihr Paul in den Arm.
„Ich muss gleich weiter...“ sagte sie noch. Paul schmiegte sich an ihren Hals und eine Welle von Liebe durchströmte sie. Während sie mit Paul auf dem Arm seinen Brei kochte, sprach sie weiter mit ihren Kolleginnen. Sie fütterte ihn auf dem Schoß, während sie die letzten Details klärten. Paul rieb den matschigen Keks, den er lange in seiner kleinen Hand gehalten hatte, auf ihrer weißen Bluse. Noch einmal machte sie eine Runde Kaffee, während Paul die Steine aus der Legokiste auf dem Wohnzimmerboden verteilte.
Gegen sieben Uhr verabschiedeten sich die Damen:
„Du hast es gut, meine Liebe, dass du diesen Wahnsinn nur dreimal die Woche ertragen musst! Ich wollte ich hätte so gemütliche Tage in einem schönen Heim wie du“ raunte ihr Petra noch unter der Tür zu.
Als sie Paul badete, kam ihr Mann nach Hause. Er übernahm Paul und sie kochte. Dabei räumte sie den Tisch ab und die Legosteine wieder in die Kiste.
Als sie beim Abendessen saßen, sagte ihr Mann:
„Du weißt gar nicht, wie gut du es hast, den ganzen Tag bist du so friedlich zuhause, das Theater im Büro treibt mich noch ins Delirium.“
Nach einem Glas Wein gingen sie zu Bett. Als sie in seinem Arm lag, hörte sie Regentropfen am Fenster. Die Wäsche auf der Terrasse fiel ihr noch kurz ein, aber sie war nicht mehr bereit, das warme Bett zu verlassen oder den Arm ihres Mannes. >Ja, ich habe es gut – aber nicht aus dem Grund, den ihr meint< dachte sie noch, bevor sie in erschöpften Schlaf fiel.

© tangocleo 2009
08. September 2009

Eine Frau, die bei der Entscheidung, ein ganz normales Leben zu führen, einen solchen gumminervenartigen Gleichmut nicht nur mitbringt, sondern auch behält und dabei glücklich ist, wird vielleicht nicht so selten zu finden sein. Daß sie sich anderen, insbesondere ihrem Partner, nicht über ihren Alltag mitteilt, ist ein Punkt, über den ich lange nachgedacht habe. Warum behält sie es für sich? Es wäre ja nicht so, daß sie ihm ihre Überlastung zeigte und sich beschwerte; dafür gibt es keinen Grund (und wenn schon). Aber ihn in seinem Glauben lassen, daß er derjenige sei, der etwas auszuhalten habe, empfinde ich als eigenartige Trennlinie zwischen den beiden.

Sehr solide geschriebene Darstellung. Ein bewusst leidenschaftsarmer Blick auf alltägliche Normalitäten vom Standpunkt eines liebevollen Menschen.
08. September 2009

Warum behält sie es für sich?
.. das ist mehr eine "technische" Lücke, da ich die Geschichte nicht noch länger werden lassen wollte - logischer wäre bei der Qualität der Beziehung, dass sie mit ihm drüber spricht.
08. September 2009

Was den Text nicht notwendigerweise länger machen muss. Der Satz
Er übernahm Paul und sie kochte.
sagt schon etwas. Ich nehme mir heraus, dir eine Idee für den Abendessensatz vorzustellen:

Als sie beim Abendessen saßen, erzählte sie ihm von diesem Tag und beobachtete amüsiert, wie er (der übrigens keinen Namen hat) Paul auf dem Schoß hielt und versuchte, wenigstens den größeren Teil vom Brei in dessen Mund und nicht auf sein Hemd zu befördern.
08. September 2009
Joywiki

Delirium - wenn man im Übermut, den Kohl und kaugummifressenden lila Ziegenbock im Zweimannzelt, mit dem stottern eines Trabis beim Kunstflug verwechselt.

....weitere Definitionen sind erwünscht! *haumichwech* wenn es zu viel wird
08. September 2009
@ soma

danke! *g*
... klar, so ähnlich hätte man das unterbringen können - dass es zwischen den beiden gut ist, sagt ja auch die Szene am Morgen...
sie selbst nimmt gar nicht wahr, wie irre der Tag war - deswegen kann sie, auch aus Müdigkeit, das vielleicht auch an diesem Abend so stehen lassen...

nebenbei geht es mir auch um das ständige Gefühl der Hausfrau/ Mutter, doch nicht ebenso "viel" wie echte Berufstätige zu leisten - erst der paycheck macht Arbeit zu Leistung - geht mir heute noch oft so.
08. September 2009
@somamann - Frauenversteher

Lieber somamann -
genau wie es beschrieben wurde ist oft das zutreffende, weibliche Dilemma.
Ihr Ringen: " Soll ich es ihm nun sagen - nach hartem Arbeitstag, wird er mich verstehen, belächeln oder verspotten?"

Von der weiblichen Seite betrachtet ist jede Zielgruppe erreicht - und die Damenwelt fühlt sich sofort verstanden.
08. September 2009
Dieses ehrenwerte Haus

Wie froh Anne war, dieser Welt zu entfliehen, endlich auf eigenen Füßen zu stehen!
Ab heute würde sie in der Polizeikaserne wohnen und nach der Ausbildung könnte sie sich eine eigene Wohnung leisten.
Es war ein langer, beschwerlicher Weg gewesen, nach der mittelmäßigen mittleren Reife ihr Fach-Abi nachzuholen. Durch den Job in der Kneipe konnte sie sich zwar ihre Bücher finanzieren, aber im Unterricht war sie ständig müde gewesen, weil sie werktags nie vor ein Uhr ins Bett kam.
Sie bedauerte ihre Mutter, die weiterhin mit diesem grässlichen Menschen zusammen leben musste, der ihr nie eine Vaterfigur gewesen war. Es würde allerdings nicht mehr lange dauern, bis er sich ins Delirium gesoffen hatte.
Sie schlug geräuschvoll die Tür der Wohnung im vierten Obergeschoss hinter sich zu.
Ein letztes Mal lief sie die Treppe mit den ausgetretenen Stufen hinab, der Geruch von Kohlsuppe und Bohnerwachs verursachte ihr Brechreiz.
Nichts wie weg!
Die kaugummi-kauende Schlampe aus dem dritten Stock öffnete soeben im durchsichtigen lila Negligé einem Freier, der verstohlen durch die Tür huschte.
Der glatzköpfige Junggeselle aus dem zweiten Stock, der immer stank wie ein Ziegenbock, öffnete neugierig die Tür einen Spalt, als Anne vorbeihüpfte und glotzte ihr hinterher.
Frau Lehmann aus dem ersten Stock wälzte sich mit ihrer Einkaufstasche aus der Wohnungstür. Aus den Stoffbahnen des Mantels, der ihre Leibesfülle umwehte, hätte man locker ein Zweimannzelt fertigen können. Anne quetschte sich auf dem Treppenabsatz an ihr vorbei, nahm angewidert ihren Schweißgeruch und ihr fettleibiges Schnaufen wahr.
Im Erdgeschoss lief ihr der stotternde Hausmeister über den Weg; mit Cordhut, im Blaumann; den obligatorischen Besen in der Hand. Sie spürte seine lüsternen Blicke, die sich in ihren Rücken bohrten und beschleunigte noch einmal den Schritt.
Sie öffnete das schwere Hoftor und trat in die Freiheit.
Voller Übermut hopste sie wie ein kleines Mädchen den Gehweg entlang.
Ab morgen würde sie Polizeikommissar-Anwärterin sein!
08. September 2009
*lol*

PolKomAnw ist ne Spur besser als Politesse, aber ob DAS eine echte Verbesserung darstellt? Ick weeß ja nich.... meine Meinung der Exekutive gegenüber ist nicht die allerbeste.....

Tom, der gestern als Wiederholungstäter fette 3 Punkte kassiert hat ++++ausflipp++++
08. September 2009

also ich muss immer wieder staunen*oh2* *spitze*

@cleo
bei deiner Geschichte komme ich allein beim Lesen ins Schwitzen*ggg* und ich bin froh, daß meine Tage ruhiger verlaufen.

Daß Arbeit erst durch den paycheck zur Leistung wird, sehe ich nicht so, aber das ist wohl eine weit verbreitete Ansicht...leider

superschön, hier zu lesen
*wink* Nio**
08. September 2009
Leopard007

Das weibliche Dilemma ist genau diese Haltung; das vorwegnehmende Abschätzen möglicher Reaktionen. Ein zwischengeschaltetes Bedenken, das einen eigentümlichen Abstand zum Partner herstellt, dem die Möglichkeit genommen wird, überhaupt zu erfahren und damit zu erfühlen, wie es seiner Partnerin geht. Es mag ja sein, daß die erwartete Reaktion kommt, aber das wäre die notwendige Vorraussetzung für eine Auseinandersetzung. Stattdessen sagt Sie vielleicht nichts, weil Sie ja >weiß<, wie er >ist<. Das ist ein nicht zu unterschätzender Einfluss auf die Beziehung, den Sie durch dieses >eigenmächtige< Nichtaussprechen ausübt. Das ist eine prinzipiell überhebliche Haltung, die aufgrund der Annahme eingenommen wird, eigentlich schon zu wissen, was kommt. Sie meint, es besser zu wissen, und zieht es deshalb vor, nichts zu sagen und ihn damit >hinters Licht zu führen<. Die Betonung liegt hierbei nicht auf >Licht<, sondern auf >führen<. Sie >führt< ihn, und sie >führt< die Beziehung.

Fühlt sich die Damenwelt auch hiermit sofort verstanden?
08. September 2009
@somamann

also ich stimme dir 100% zu. Das ist leider auch so ein Dilemma, das auf allen Ebenen des Zusammenseins passiert, und zwar ständig. Dieser Glaube, zu wissen, was der andere denkt oder tut, wenn ich dies oder das sage. Man steht sich mit dieser Haltung nur selbst im Weg und bahnt sich einen sicheren Weg für eine eventuell notwendige Schuldzuweisung.

*tomaten* Nio**

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